Du möchtest lästige Haare effektiv und langanhaltend zu Hause entfernen und denkst über Waxing nach? Hier erfährst du alles Wichtige, damit dein erster Versuch gelingt und du professionelle Ergebnisse erzielst, ohne dein Zuhause verlassen zu müssen.
Das sind die beliebtesten Wachsentferner Produkte
Was ist Waxing und wie funktioniert es?
Waxing ist eine weit verbreitete Methode der Haarentfernung, bei der Wachs auf die Haut aufgetragen und dann samt den Haaren ruckartig abgezogen wird. Dieses Verfahren reißt die Haare samt Wurzel aus dem Haarfollikel. Der Hauptvorteil gegenüber Rasieren oder Epilieren liegt in der längeren Glätte der Haut, da die Haarwurzel entfernt wird. Das Haar wächst dadurch feiner und langsamer nach, und bei regelmäßiger Anwendung kann sich das Haarwachstum sogar reduzieren.
Vorbereitung für dein Waxing-Erlebnis zu Hause
Eine sorgfältige Vorbereitung ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen und schmerzarmen Waxing. Folgende Schritte solltest du beachten:
- Haut vorbereiten: Deine Haut sollte sauber und trocken sein. Dusche dich vor dem Waxing und verwende keine ölbasierten Produkte wie Lotionen oder Cremes, da diese die Haftung des Wachses beeinträchtigen können. Ein leichtes Peeling am Vortag kann helfen, abgestorbene Hautzellen zu entfernen und eingewachsene Haare zu vermeiden.
- Haarlänge beachten: Die Haare sollten eine bestimmte Länge haben, damit das Wachs sie gut greifen kann. Ideal sind etwa 5-7 Millimeter. Sind die Haare zu kurz, hat das Wachs keinen Halt. Sind sie zu lang, kann das Waxing unnötig schmerzhaft sein und das Wachs zieht nicht richtig. Kürze längere Haare gegebenenfalls mit einer Schere.
- Wachs auswählen: Es gibt verschiedene Arten von Wachs. Kaltwachsstreifen sind am einfachsten für Anfänger und für kleinere Bereiche wie Oberlippe oder Achseln geeignet. Warmwachs, das in Dosen oder Patronen erhältlich ist, erfordert eine Erwärmung und wird oft als effektiver für größere Körperpartien wie Beine oder Bikinizone empfunden. Hartwachs (Strip-less Wax) ist ideal für empfindliche Bereiche und gröbere Haare, da es direkt auf die Haare aufgetragen wird und ohne Streifen abgezogen werden kann.
- Werkzeug bereitlegen: Je nach Wachsart benötigst du Spatel (Holz- oder Plastikspatel), Wachserwärmer (falls du Warmwachs verwendest), Vliesstreifen (für Warmwachs und Kaltwachsstreifen, falls du diese selbst schneidest), sowie eventuell Puder (um die Haut zu trocknen) und beruhigende Öle oder Lotionen für die Nachbehandlung.
Anwendungstechniken für verschiedene Wachsarten
Kaltwachsstreifen anwenden
Kaltwachsstreifen sind die unkomplizierteste Option für Einsteiger.
- Streifen vorbereiten: Reibe den Kaltwachsstreifen zwischen deinen Händen, um das Wachs leicht zu erwärmen.
- Anbringen: Ziehe den Streifen auseinander und platziere einen Teil auf der zu enthaarenden Stelle, in Haarwuchsrichtung.
- Abziehen: Streiche den Streifen mehrmals fest mit der Hand über die Haut, um ihn gut anzudrücken. Halte die Haut straff. Fasse das Ende des Streifens und ziehe ihn mit einer schnellen, ruckartigen Bewegung gegen die Haarwuchsrichtung ab.
- Nachbehandlung: Wiederhole den Vorgang bei Bedarf, bis alle Haare entfernt sind. Reinige die Haut anschließend mit dem mitgelieferten Reinigungsöl oder einer milden Seife.
Warmwachs richtig anwenden
Warmwachs erzielt oft ein gründlicheres Ergebnis, erfordert aber etwas mehr Übung.
- Wachs erwärmen: Erwärme das Wachs gemäß der Packungsanleitung. Verwende einen Wachserwärmer für eine gleichmäßige Temperatur. Teste die Temperatur auf deiner Handgelenksinnenseite, um sicherzustellen, dass es nicht zu heiß ist.
- Wachs auftragen: Trage das warme Wachs mit einem Spatel dünn und gleichmäßig auf die Haut auf, und zwar in Haarwuchsrichtung. Die Schicht sollte nicht zu dick sein.
- Streifen auflegen: Lege sofort einen Vliesstreifen auf das noch feuchte Wachs und streiche ihn gut fest, ebenfalls in Haarwuchsrichtung.
- Abziehen: Halte die Haut mit einer Hand straff. Fasse das untere Ende des Vliesstreifens und ziehe ihn mit einer schnellen, ruckartigen Bewegung gegen die Haarwuchsrichtung ab.
- Nachbehandlung: Entferne Wachsreste mit einem geeigneten Öl oder feuchten Tüchern.
Hartwachs (Strip-less Wax) verwenden
Hartwachs ist ideal für empfindliche Haut und schwierigere Bereiche.
- Wachs erwärmen: Erwärme das Hartwachs im Wachserwärmer bis es die Konsistenz von Honig hat. Teste die Temperatur.
- Wachs auftragen: Trage das warme Hartwachs mit einem Spatel dick auf die Haut auf, in Haarwuchsrichtung. Das Wachs sollte die Haare umschließen.
- Trocknen lassen: Lasse das Wachs vollständig trocknen und aushärten. Es bildet dann eine feste Masse.
- Abziehen: Halte die Haut straff. Fasse das ausgehärtete Wachs am Rand und ziehe es mit einer schnellen, ruckartigen Bewegung gegen die Haarwuchsrichtung ab. Da das Wachs die Haare direkt greift, wird kein separater Streifen benötigt.
- Nachbehandlung: Eventuelle Wachsreste lassen sich meist gut mit dem Wachs selbst entfernen, indem man einen neuen, kleineren Streifen Wachs aufträgt und sofort wieder abzieht.
Waxing-Anleitung für verschiedene Körperbereiche
Die Technik und das benötigte Wachs können je nach Körperpartie variieren.
Waxing der Beine
Die Beine sind ein guter Bereich für Anfänger, da die Haut hier weniger empfindlich ist. Verwende am besten Warmwachs oder Kaltwachsstreifen. Arbeite in Abschnitten und achte darauf, die Haut straff zu ziehen, um blaue Flecken oder Hautirritationen zu vermeiden.
Waxing der Achseln
Die Haut an den Achseln ist empfindlicher. Hier ist Hartwachs oft die beste Wahl, da es weniger irritierend ist und die Haare gut greift. Alternativ können auch Kaltwachsstreifen verwendet werden, wenn du die Technik beherrschst. Trage das Wachs in kurzen Strichen auf und ziehe es schnell ab. Achte auf die Haarwuchsrichtung, die hier oft komplex ist und in verschiedene Richtungen gehen kann.
Waxing der Bikinizone und des Intimbereichs
Dies ist der empfindlichste Bereich. Hartwachs ist hierfür am besten geeignet, da es sich nur mit den Haaren verbindet und nicht so stark an der Haut haftet wie Warmwachs. Trage das Wachs in kleinen Portionen auf und ziehe es sofort ab. Achte auf eine gute Spannung der Haut. Es kann hilfreich sein, vorher eine leichte Beruhigungslotion aufzutragen oder nach dem Waxing eine kühlende Kompresse zu verwenden.
Waxing des Gesichts (Oberlippe, Augenbrauen)
Für empfindliche Gesichtsbereiche wie die Oberlippe eignen sich spezielle Kaltwachsstreifen für das Gesicht oder Hartwachs. Bei den Augenbrauen ist Vorsicht geboten. Es gibt spezielle Wachssets für Augenbrauen, die mit präzisen Spateln und kleineren Streifen arbeiten. Eine Pinzette kann für einzelne nachwachsende Haare die bessere Wahl sein.
Tipps zur Schmerzreduktion beim Waxing
Waxing kann schmerzhaft sein, aber mit einigen Tricks lässt sich der Schmerz minimieren:
- Haut straff halten: Das ist der wichtigste Tipp. Je straffer die Haut, desto weniger schmerzt das Abziehen.
- Schnelles Abziehen: Ziehe den Wachsstreifen immer in einer schnellen, ruckartigen Bewegung ab.
- Atmung: Atme tief aus, wenn du den Streifen abziehst.
- Regelmäßigkeit: Je regelmäßiger du waxest, desto feiner werden die Haare und desto weniger schmerzhaft wird es.
- Richtiges Timing: Vermeide das Waxing kurz vor deiner Periode, da deine Haut dann empfindlicher ist.
- Kälte: Ein kalter Waschlappen oder ein Kühlpack nach dem Waxing kann helfen, Schmerzen und Rötungen zu lindern.
Nachbereitung nach dem Waxing
Die richtige Nachbereitung ist entscheidend für eine glatte, reizfreie Haut und zur Vermeidung von eingewachsenen Haaren.
- Reinigung: Entferne Wachsreste vorsichtig mit einem speziellen Reinigungsöl oder einem milden, ölfreien Reiniger. Vermeide aggressive Seifen.
- Beruhigung: Trage eine beruhigende Lotion oder ein kühlendes Gel auf. Produkte mit Aloe Vera, Kamille oder Hamamelis sind gut geeignet.
- Keine Reibung: Vermeide in den nächsten 24 Stunden enge Kleidung, Hitze (heiße Bäder, Sauna), Sonnenbaden und intensive sportliche Aktivitäten, da diese die Haut zusätzlich reizen könnten.
- Peeling: Beginne nach 2-3 Tagen damit, die Haut regelmäßig zu peelen (2-3 Mal pro Woche). Dies hilft, eingewachsene Haare zu verhindern, da es die oberste Hautschicht entfernt und den nachwachsenden Haaren den Weg freimacht.
- Feuchtigkeit: Halte die Haut gut mit Feuchtigkeit versorgt, um sie geschmeidig zu halten.
Wann du das Waxing lieber einem Profi überlassen solltest
Obwohl Waxing zu Hause möglich ist, gibt es Situationen, in denen ein professionelles Studio die bessere Wahl ist:
- Erster Versuch: Wenn du dir unsicher bist oder Angst vor Schmerzen hast, kann ein erster Besuch bei einer Kosmetikerin helfen, die richtige Technik zu lernen.
- Empfindliche Haut: Bei sehr sensibler Haut, Hauterkrankungen wie Ekzemen oder Psoriasis, oder wenn du blutverdünnende Medikamente einnimmst, ist ärztlicher Rat ratsam.
- Schwierige Bereiche: Gerade bei der Erstentfernung im Intimbereich oder bei sehr widerspenstigem Haar kann ein Profi die Situation besser einschätzen und mit den richtigen Produkten und Techniken arbeiten.
- Fehlerkorrektur: Wenn du bereits schlechte Erfahrungen mit dem Waxing zu Hause gemacht hast (starke Irritationen, Blutergüsse), ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wichtige Warnhinweise und Kontraindikationen
Nicht jeder ist für das Waxing geeignet. Beachte folgende Punkte:
- Hautirritationen: Wenn deine Haut nach dem Waxing extrem gerötet, geschwollen ist oder sich Blasen bilden, wende dich an einen Arzt.
- Sonnenbrand: Waxing auf sonnenverbrannter Haut ist tabu.
- Krampfadern: Bei stark ausgeprägten Krampfadern sollte auf das Waxing verzichtet werden.
- Verletzungen oder Entzündungen: Auf Haut, die verletzt, entzündet oder infiziert ist, darf nicht gewaxt werden.
- Bestimmte Medikamente: Bestimmte Medikamente, insbesondere solche, die die Hautempfindlichkeit erhöhen (z.B. Retinoide), können die Haut anfälliger für Schäden machen. Informiere dich gegebenenfalls bei deinem Arzt.
- Nach chemischen Peelings oder Laserepilation: Warte eine angemessene Zeit, bis deine Haut sich vollständig regeneriert hat.
Waxing vs. andere Haarentfernungsmethoden im Überblick
| Kriterium | Waxing | Rasieren | Epilieren | Enthaarungscremes |
|---|---|---|---|---|
| Dauer der Glätte | 2-6 Wochen | 1-3 Tage | 2-4 Wochen | 3-7 Tage |
| Entfernung der Haarwurzel | Ja | Nein | Ja | Nein |
| Schmerzhaftigkeit | Mittel bis Hoch (variabel) | Kein Schmerz | Hoch (anfangs) | Kein Schmerz (kann aber Hautirritationen verursachen) |
| Eignung für zu Hause | Gut (mit Übung) | Sehr gut | Gut | Sehr gut |
| Risiko eingewachsener Haare | Mittel (bei fehlender Nachsorge) | Niedrig | Hoch | Mittel |
| Kosten (Langzeit) | Mittel | Niedrig | Mittel | Mittel |
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Waxing selber machen: Anleitung für die Haarentfernung zu Hause
Wie oft sollte ich mich wachsen lassen?
Die Häufigkeit hängt von deinem individuellen Haarwuchs ab. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, alle 3 bis 6 Wochen zu wachsen. Nach der ersten Behandlung wirst du ein Gefühl dafür entwickeln, wann deine Haare wieder lang genug für das nächste Waxing sind, typischerweise nach etwa 2 bis 4 Wochen.
Ist Waxing für alle Körperbereiche geeignet?
Ja, Waxing ist für fast alle Körperbereiche geeignet, einschließlich Beine, Arme, Achseln, Bikinizone, Intimbereich, Rücken, Brust und Gesicht. Allerdings ist die Haut an manchen Stellen empfindlicher als an anderen, was die Wahl der Wachsart und die Technik beeinflusst. Für empfindliche Bereiche wie das Gesicht oder die Bikinizone sind Hartwachse oft die bessere Wahl.
Was tun, wenn das Wachs nicht alle Haare erwischt?
Wenn nach dem ersten Durchgang noch Haare vorhanden sind, kannst du vorsichtig einen weiteren Versuch mit einem neuen Streifen oder einer kleinen Menge Wachs an derselben Stelle unternehmen. Achte darauf, die Haut nicht zu überstrapazieren. Sollten noch vereinzelte Haare übrig bleiben, kannst du diese nach einigen Tagen vorsichtig mit einer Pinzette entfernen oder bis zum nächsten geplanten Waxing warten. Eine zu häufige Bearbeitung derselben Stelle kann zu Hautirritationen führen.
Wie vermeide ich blaue Flecken beim Waxing?
Blaue Flecken entstehen meist durch zu geringe Spannung der Haut oder durch ein zu langsames Abziehen des Wachsstreifens. Stelle sicher, dass du die Haut immer gut straff hältst, während du den Streifen mit einer schnellen, ruckartigen Bewegung gegen die Haarwuchsrichtung abziehst. Wenn du gerade erst mit dem Waxing beginnst, übe die Technik zunächst an weniger empfindlichen Stellen.
Kann ich Waxing in der Schwangerschaft durchführen?
Ja, Waxing ist in der Schwangerschaft grundsätzlich möglich und für viele Frauen eine gute Option zur Haarentfernung. Die Haut kann jedoch empfindlicher auf Schmerz reagieren. Es ist ratsam, dies mit deinem Arzt oder deiner Hebamme zu besprechen und vorsichtig vorzugehen. Wähle eine Wachsart, die du gut verträgst, und bitte eventuell eine vertrauenswürdige Person um Hilfe bei schwer erreichbaren Stellen.
Was ist der Unterschied zwischen Wachs und Sugaring?
Der Hauptunterschied liegt in der Zusammensetzung und Anwendung. Waxing verwendet ein Harz-basiertes Produkt, das in Haarwuchsrichtung aufgetragen und gegen die Haarwuchsrichtung abgezogen wird. Sugaring verwendet eine Paste aus Zucker, Wasser und Zitrone, die andersherum angewendet wird: Sie wird gegen die Haarwuchsrichtung aufgetragen und in Haarwuchsrichtung abgezogen. Sugaring gilt oft als schonender für die Haut und verursacht tendenziell weniger eingewachsene Haare, ist aber auch etwas aufwendiger in der Zubereitung und Anwendung zu Hause.